Wissenschaftliche Forschungsthemen von Ansgar Wüstefeld

Abschlussarbeiten von Ansgar Wüstefeld

Zusammenfassung der Bachelorarbeit im Bereich Pädagogische Psychologie

Titel: Evaluation des autogenen Trainings für Kinder in Bezug auf die rechtshemisphärische Regulation

Eingebettet in die Persönlichkeitstheorie von Julius Kuhl wird in meiner empirischen Arbeit das autogene Training für Kinder in Bezug auf die rechtshemisphärische Regulation evaluiert. 23 Kinder einer 3. und 4. Grundschulklasse wurden randomisiert in eine Interventionsgruppe und eine Wartegruppe aufgeteilt, um mittels eines Vorher- und Nachher-Testverfahrens feststellen zu können, ob nach mehrtägiger Intervention mit dem autogenen Training in Form von Märchen selbstregulierende Gedanken besser zugeordnet werden können. Die Interventionsgruppe konnte auf sehr signifikantem Niveau einen linearen Anstieg der Testergebnisse mit einer Effektstärke von Eta-Quadrat .535 erzielen.

Zusammenfassung der Masterarbeit im Bereich Coaching

Titel: Evaluation eines auditiven Blind-Coachings mit der Wunderfrage von Steve de Shazer zur Stärkung der psychischen Gesundheitsressourcen nach Aaron Antonovsky

Gegenstand meiner Masterarbeit ist die Evaluation eines auditiven Blind-Coachings mit der Wunderfrage von Steve de Shazer als anonyme Gesundheitsfürsorge ohne Problembeschreibung zur Stärkung der psychischen Gesundheitsressourcen, um den Menschen eine Lösung anzubieten, die nicht über ihre Probleme sprechen möchten. Die Evaluation des auditiven Blind-Coachings als Entspannungsinstruktion plus Wunderfrage erfolgt im Vergleich zu einer hypnotischen Entspannungsinstruktion, einer Wunderfrage ohne Entspannungseinleitung und einer aktiven Kontrollgruppe im Vier-Gruppen-Messwiederholungsparadigma, um eine Analyse der Wirkfaktoren zu ermöglichen. Das auditive Blind-Coaching besteht aus dem Anhören einer vor der Untersuchung aufgenommenen Audiodatei und ist vollständig unabhängig vom Versuchsleiter durchführbar. Die Zuordnung der Versuchspersonen zu den vier Gruppen ist computergestützt randomisiert und die Namen der Audiodateien sind pseudonymisiert. Die Studienteilnahme ist freiwillig, anonym und erfolgt online, unabhängig vom Versuchsleiter. Es handelt sich um eine willkürliche Stichprobe. Als Messwiederholung wird der Fragebogen zur Lebensorientierung von Aaron Antonovsky im Vor- und Nachtest verwendet. Zwei Fragen dienen der Varianzkontrolle des Per-protocol-Designs. Eine Frage bezieht sich auf die Häufigkeit des Anhörens der Audiodatei. Die andere Frage betrifft den zeitlichen Abstand zwischen dem Anhören der Audiodatei und dem Beantworten der Fragen des Nachtests. Im Intent-to-treat-Design werden alle Versuchspersonen, denen eine Audiodatei zugeordnet werden konnte, in den Vorher- / Nachhervergleich einbezogen. Die Veränderungshypothesen in Bezug auf den Fragebogen zur Lebensorientierung werden für alle vier Treatmentgruppen und jeweils in beiden Desgins überprüft. Eine wirkungsvolle Veränderung der Gesundheitsressourcen mit einer Varianzaufklärung von mindestens 20 % erreichten per-protocol die Entspannungsinstruktion plus Wunderfrage mit einem partiellen Eta-Quadrat von .243 auf einem Level von Sig. = .001 mit einer Trennschärfe von .817 und die Placeboinstruktion mit einem partiellen Eta-Quadrat von .200 auf einem Level von Sig. = .000 mit einer Trennschärfe von .861. Der absolute Effekt der Entspannungsinstruktion plus Wunderfrage ist in der durchschnittlichen Vor-Nachher-Veränderung fast doppelt so hoch wie der Effekt der Placeboinstruktion. Dieser Unterschied ist jedoch in Bezug auf den relativen Effekt der Unterschiedshypothese zwischen den beiden Audiodateien mit Sig. = .360 nicht signifikant. Die Wirkungslosigkeit der Entspannungsinstruktion könnte auf den Gedankenstopp zurückgeführt werden, da das Placebo zur Imagination einlädt. Als weiterer Wirkfaktor könnte der Augenschluss angesehen werden, der bei der Placeboinstruktion vorhanden ist und bei der Wunderfrage fehlt. Eine Zusammenhangshypothese prüft den Zusammenhang zwischen dem Treatmentkonsum und den Gesundheitsressourcen jeweils im Vor- und Nachtest. Die Frage nach der Häufigkeit des Anhörens der Audiodatei wird in zwei nominale Variablen, i. e. einmal und mehrmals, dichotomisiert und als abhängig von den Gesundheitsressourcen im Vortest betrachtet. Die Nominal-zu-interval-Korrelation hat im Intent-to-treat-Design für N = 290 ein Eta von .579 und im Per-protocol-Design für N = 206 ein Eta von .661. Der hohe Zusammenhang im Vortest könnte einem subjektiven Bedürfnis nach mehr Gesundheit beziehungsweise dem Leidensdruck entsprechen. Wenn die Gesundheitsressourcen als abhängige Variable im Nachtest betrachtet werden, hat die Nominal-zu-interval-Korrelation im Intent-to-treat- Design für N = 290 ein Eta von .256 und im Per-protocol-Design für N = 206 ein Eta von .036. Der Treatmentkonsum hat auf die Gesundheitsressourcen wenig Einfluss und kann als Wirkfaktor ausgeschlossen werden. Neben dem Experiment werden in dieser Masterarbeit auch soziologische Aspekte betrachtet, um Gruppendifferenzen in Bezug auf die Gesundheitsressourcen aufzuzeigen. Für diesen Teil der Arbeit werden soziodemographische Daten und Persönlichkeitseigenschaften nach dem Big Five Konzept im BFI-K erhoben. Eine Zusammenhangshypothese überprüft den Zusammenhang zwischen den fünf Persönlichkeitseigenschaften und den Gesundheitsressourcen, erhoben mit dem Fragebogen zur Lebensorientierung von Aaron Antonovsky. Positive Zusammenhänge konnten auf einem Level von Sig = .000 für die Gewissenhaftigkeit (r = .438), Extraversion (r = .375) und Verträglichkeit (r = .374) gefunden werden. Der Zusammenhang zwischen Neurotizismus und Gesundheitsressourcen ist auf einem Level von Sig = .000 mit r = -.665 negativ. Bei der vorliegenden willkürlichen Stichprobe gab es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Offenheit für Erfahrungen und den Gesundheitsressourcen. Eine weitere Zusammenhangshypothese überprüft den Zusammenhang zwischen dem Nettoeinkommen und den Gesundheitsressourcen in Verbindung mit soziodemographischen Daten als Moderatorvariablen. Die Gesundheitsressourcen für nicht rechtshändige Personen (Somers d = .541 bei N = 33) hängen bei Sig. = .000 mehr vom Nettoeinkommen ab, als für rechtshändige Personen (Somers d = .255 bei N = 193). Für diese Personengruppe besteht eine Gesundheitsdifferenz.